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Auferstehungsdenken
N. T. Wright
(Der Artikel, der folgt, ist eine redigierte Version der gehaltenen Rede von Pfarrer N. T. Wright, Bischof von Durham, England bei dem TISCA Nordost-Regionaltreffen. Es erscheint hier mit der freundlichen Erlaubnis von Bischof Wright und TISCA (dem christlichen Bündnis von Privatschulen). Bischof Tom sagt uns, dass alles in dieser Rede von seinem Buch genommen ist „Die Auferstehung des Sohnes Gottes“. So kann es sein, dass Sie nach dem Lesen dieses Artikels das Buch lesen möchten.)
1.Kor 15,20-26 (revidierte Elberfelderübersetzung):
20 Nun aber ist Christus aus den Toten auferweckt, der Erstling der Entschlafenen; 21 denn da ja durch einen Menschen der Tod kam, so auch durch einen Menschen die Auferstehung der Toten. 22 Denn wie in Adam alle sterben, so werden auch in Christus alle lebendig gemacht werden. 23 Jeder aber in seiner eigenen Ordnung: der Erstling, Christus; sodann die, welche Christus gehören bei seiner Ankunft; 24 dann das Ende, wenn er das Reich dem Gott und Vater übergibt; wenn er alle Herrschaft und alle Gewalt und Macht weggetan hat. 25 Denn er muss herrschen, bis er alle Feinde unter seine Füße gelegt hat. 26 Als letzter Feind wird der Tod weggetan.
1.Kor 15,54-58
54 Wenn aber dieses Vergängliche Unvergänglichkeit anziehen und dieses Sterbliche Unsterblichkeit anziehen wird, dann wird das Wort erfüllt werden, das geschrieben steht: "Verschlungen ist der Tod in Sieg." 55 "Wo ist, o Tod, dein Sieg? Wo ist, o Tod, dein Stachel?" 56 Der Stachel des Todes aber ist die Sünde, die Kraft der Sünde aber das Gesetz. 57 Gott aber sei Dank, der uns den Sieg gibt durch unseren Herrn Jesus Christus! 58 Daher, meine geliebten Brüder, seid fest, unerschütterlich, allezeit überreich in dem Werk des Herrn, da ihr wisst, dass eure Mühe im Herrn nicht vergeblich ist!
Das 15.Kapitels des ersten Korintherbriefes ist eine der Argumentationen von Paulus, die am stärksten und am ausgedehntesten sind im Vergleich zu all seinen Briefen und die Verse 20-26 sind das Herzstück davon. Warum beginnt Paulus diesen letzten Vers mit 'daher?' Er spricht über die große zukünftige Hoffnung, die vor allen jenen steht, die zu Christus gehören, der Hoffnung auf Auferstehung, der Hoffnung, dass Gott eine neue Welt macht und dass wir Teil davon sein werden. Die meisten von uns, die damit konfrontiert werden, würden (mit vielen der östlichen Hymnen sagen): 'Deshalb erhebt eure Häupter und seht vorwärts, denn wir haben eine große Zukunft und ihr werdet Teil der Neuschöpfung Gottes sein..' Paulus tut das nicht . Er sagt: 'Daher geht an eure Aufgabe.' Wir werden später über die Logik des ′daher′ reflektieren.
Was meinen wir mit 'Auferstehung'?
Zuerst will ich über die gegenwärtige Verwirrung über 'das Leben nach dem Tod' reden. In Kardinal Ratzingers Predigt am Begräbnis des vorherigen Papsts sagte er, dass Johannes Paul II und Jesus sich die Hände reichen, und wie er jetzt im oberen Stockwerk sei und durch das Fenster auf uns herabsieht. Aber ich hörte keinerlei Erwähnung der Auferstehung. Dann ging ich in einen ökumenischen Gedenkgottesdienst in der römisch-katholischen Kathedrale von Newcastle, wo es wieder keine Erwähnung der Auferstehung gab. Warum nicht? Die Antwort lautet: Die meisten Christen haben entweder die Auferstehung vergessen oder, wenn sie das Wort 'Auferstehung' verwenden, benutzen sie es, um das Leben nach dem Tod oder das in den Himmel kommen zu bezeichnen, wenn sie sterben.
Der Himmel ist wichtig, aber es ist nicht das Ende der Welt! Es gibt eine Zukunft sofort nach dem Tod, die denen versprochen ist, die zu Christus gehören. Paulus sagt: 'Ich habe Lust/Begierde, abzuscheiden und bei Christus zu sein, denn es ist weit besser. ' (Phil 1, 23) Aber in demselben Brief (3,20-21) redet er später nicht darüber, mit Christus in irgendeinem verstorbenen post post-mortem Zustand zu sein sondern aufzuerstehen und einen neuen Körper in einem post post-mortem Zustand zu bekommen. Als Christen des NT wird uns nicht viel über das Leben nach dem Tod gelehrt, sondern wir werden viel gelehrt über das Leben nach dem Leben nach dem Tod. Ich habe das in Hörsälen und Kirchen gesagt und ich habe verblüffte Blicke geerntet: 'Worüber redet er eigentlich?'
Was meinte die antike Welt mit 'Auferstehung'
Jeder Jude des ersten Jahrhunderts hätte gesagt, dass 'die Hoffnung auf Auferstehung' nicht eine nette Redensart ist, die 'das Sterben und zum Himmel gehen' ausdrückt. Die Auferstehungshoffnung im antiken Judentum meinte, dass nach einer Zeit nach dem Sterben, wo auch immer wir in der Zwischenzeit gewesen seien, Gott einen neuen Himmel und eine neue Erde machen wird und uns neue Körper geben wird, um diese neue Welt zu bewohnen. Die alten Heiden wussten auch, was das Wort bedeutete. Sie glaubten nicht an die Auferstehung - , sobald man tot ist, ist man tot, niemand kommt wieder zurück - , aber sie wussten, dass es bedeutete, 'wieder aufzuerstehen' (anastasis): ein Körper, der wieder aufwacht, ein neues körperliches Leben.
Von den Toten zurückkommen – das gibt es einfach nicht
Der Mythos von Orpheus und Eurydice war eine heidnische Demonstration wie lächerlich Auferstehung war. Eurydice stirbt und geht zur Unterwelt hinunter. Orpheus wird gesagt, dass er hinuntergehen darf und sie herausbringen darf; aber er darf keinen Blick über seine Schulter werfen, wenn sie den langen Pfad hinaufgehen, sonst würden sie ins Hades für immer zurückgehen. Und natürlich seine Sehnsucht, seine Geliebte zu sehen, wird zu viel für ihn, so dass er zurückblickt - und sie ist fort. (Ich stieß auf eine feministische Neufassung von dieser Geschichte, worin Eurydice zu Orpheus auf dem ganzen Weg Zärtlichkeiten flüsterte, um ihm zum Zurückblicken zu bewegen, weil das Letzte, was sie wollte, war: ein Mann in ihrem Leben)!
Die Geschichte sagt aus: wir können uns vorstellen, dass jemand von den Toten zurück kommt, aber wir wissen, dass es nicht geschieht. Antike Grabsteine haben Inschriften, die sagen: Ich war nicht, ich war, ich bin nicht, mir ist es egal (Non-fui, fui, non-sum, non-euro) und das ist heute eine sehr typische Einstellung. 'Ich kam in diese Welt, ich bin wieder gegangen. Pech! Keine große Sache! Gewöhn dich daran! ' – ein hartgesottenes Heidentum. Also wussten die Heiden der Antike, dass es solch eine Idee der Auferstehung gab, aber sie sahen es als Unsinn an: Homer, Aischylos, Plinius der Älteste sagten alle: 'So etwas gibt es nicht '. Jeder in der antiken Welt wusste, dass tote Körper nicht wieder auferstehen, genauso wie es jeder in der modernen Welt weiß. Es ist Teil des modernistischen Mythos, dass wir solche Dinge gelernt haben und dass wir deshalb diese alten Geschichten widerlegen können. Aber wir brauchten Galileo, Newton Einstein, Rousseau, Voltaire nicht, um uns zu sagen, dass tote Körper nicht auferstehen.
Was die ersten Christen und ihre Zeitgenossen über die Auferstehung glaubten
Sowohl die frühen Christen wie auch wir wussten, dass Tote nicht auferstehen, aber sie sagten, dass in diesem Fall etwas völlig Beispielloses in der Tat geschehen war. Einige Juden der Antike glaubten auch an die Auferstehung wie die Pharisäer, teils weil sie eine fundamentalistische, revolutionäre Lobbygruppe waren, die wollten, dass Gott endlich eine neuen Welt machte und die Leute, die in diesem Prozess starben, gerechtfertigt würden. Wenn Gott schließlich die neue Welt machen würde, würden die Märtyrer zum Leben auferstehen, um es zu genießen. Also sind sie im Moment 'tot' ('das Leben nach dem Tod '), aber sie werden auferstehen, wenn Gott sein Königreich zuletzt hervorbringt und alles wunderbar macht, ('das Leben nach dem Leben nach dem Tod'). Es ist eigentlich klar, sowohl in den christlichen als auch in den rabbinischen Schriften, dass man für einen Zeitraum tot ist und dann wird Gott die neue Welt machen und seine Leute zu neuen körperlichen Leben auferwecken. Das bedeutete die 'Auferstehung' damals wie heute.
Wenn man Matthäus 28, Markus 16, Lukas 24 und Johannes 20-21 liest, sagt keiner von ihnen: Jesus Christus ist auferstanden, deshalb gibt es ein Leben nach dem Tod und wir gehen darauf zu.. Was sie sagen, ist, dass Jesus von den Toten erweckt worden ist und dass deshalb Gottes neue Welt begonnen hat und wir die Aufgabe haben, uns daran zu beteiligen, damit dies geschieht. Gottes neue Welt hat begonnen, Neuschöpfung hat angefangen - etwas ist geschehen, was bedeutet, dass die große Tür der kosmischen Geschichte sich geöffnet hat und wir werden nicht nur aufgefordert, selbst dadurch zu gehen, sondern Menschen zu sein, durch die die Welt von der Sklaverei des Zerfalls freigesetzt wird, wie Paulus es in Römer 8 von der Teilhabe an der Herrlichkeit der Kinder Gottes sagt.
So sehen wir im Vers 23, ' Jeder aber in seiner eigenen Ordnung: der Erstling, Christus; sodann die, welche Christus gehören bei seiner Ankunft'. Es gibt so viel verwirrtes Denken darüber, wo die Toten jetzt sind; aber die Ansicht des Neuen Testaments ist ziemlich einfach: die Toten in Christus sind mit Christus, sie sind noch nicht von den Toten auferstanden, Gott hat den Kosmos noch nicht wieder neu gemacht, wie er beabsichtigt. Römer 8,18-25 sind absolut wesentlich für die Theologie des Neuen Testaments: die Schöpfung, der ganze Kosmos, wird frei gesetzt, wird befreit werden. Gott wird das für die ganze Schöpfung am Ende tun, was er für Jesus am Ostermorgen getan hat und ein Bestandteil daran ist, dass jene, in denen der Geist als Geschenk verweilt, ein neues körperliches Leben bekommen werden.
Wir reden nicht von einer wiederbelebten Leiche
Paulus buchstabiert dann in 1 Korinther 15 auf sehr genaue, ins Detail gehende Weise, wie der neue Körper sein wird. Dies findet man nirgendwo anders im NT ausführlicher. Jedes Mal, wenn ich über die Auferstehung rede, sagt jemand, 'Wie können Sie sagen, dass Sie an eine wiederbelebte Leiche glauben ? '. Ich sage, ' ich glaube nicht an eine wiederbelebte Leiche!'. Das ist nicht das, was damals los war. Lazarus (Johannes 11) kam nach dem Sterben in dasselbe Leben zurück: er musste wieder sterben, und tatsächlich gab es einige, die entschlossen waren, dass er eher früher als später sterben sollte, weil er ein ärgerliches Beweisstück war. Der Sohn der Witwe zu Nain musste wieder sterben; Jairus' Tochter musste wieder sterben: sie kamen in dieses Leben zurück. Aber Paulus ist an einer anderen Stelle ziemlich energisch in seinen Schriften: 'Wir wissen, dass Christus, aus den Toten auferweckt, nicht mehr stirbt; der Tod herrscht nicht mehr über ihn ' (Römer 6:9). Er ist durch den Tod hindurch gegangen und auf der anderen Seite in eine neue Art des physischen Daseins gelangt.
Wörter, die das neue physische Dasein beschreiben
Das war die schwerste Sache, als ich mein Buch über die Auferstehung schrieb, über die neue Art von physischen Daseins zu reden. Und es sind zwei schwerwiegende Gründe: erstens weil es schwierig ist, über etwas zu reden, wovon es nur ein Beispiel gibt. Wenn wir über Körperlichkeit reden, denken wir in Kategorien von Wissenschaft, wiederholbaren Versuchen usw.; Wissenschaft studiert das Wiederholbare, Geschichte studiert das Nichtwiederholbare. Also ist es einfach schwierig, weil wir keine Sprache dafür haben. Ed Sanders, einer des großen liberalen Bibelgelehrten unserer Tage, schloss eine Diskussion über die Auferstehungsgeschichten, wie folgt: 'Es sieht aus, als würden sie, um Wörter ringen für etwas, das sie sehr gerne sagen wollten, aber für welches es damals eigentlich keine gute Sprache gab.' Es ist und bleibt ein Geheimnis.
Die Seltsamkeit des auferstandenen Jesus
Die Jünger auf der Straße zu Emmaus erkennen ihn nicht. Und ich glaube nicht, dass dies so ist, weil ihre Augen wie durch ein Wunder gehalten werden: Es ist, weil etwas Seltsames und Fremdes ihn umgibt. Denkt man an die Stelle in Johannes 21 nach, als Jesus ihnen sagt, wo sie fischen sollen, und sie fangen plötzlich auf wundersame Weise eine große Menge Fische und dann kommen sie ans Ufer und Jesus macht Frühstück. Johannes sagt: `Keiner von ihnen wagte ihn zu fragen, "Wer bist du"? weil sie wussten, dass es der Herr war.' Dies zu sagen ist außergewöhnlich. Sie sind mit diesem Mann die letzten drei Jahre, Nacht und Tag zusammen gewesen und kennen ihn sehr gut. Und doch sie wollen ihn fragen, 'Wer bist du?´, aber sie trauen sich nicht, weil sie es wissen. Da ist etwas, das an Jesus verwandelt ist, etwas ist anders, aber etwas ist auch gleich und doch erneuert.
Paulus benutzt Analogien
Und das ist genau das, worauf Paulus abzielt, wenn er in den Versen 35-49 fragt: 'Wie sind die Toten auferweckt worden? Mit welchem Körper erstehen sie?" Paulus greift zu Analogien und Beispielen: es ist wie ein Same im Boden – der Baum, der hervorkommt, ist einerseits wie der Samen, aber andererseits wiederum auch nicht. Er sagt nicht, dass der Auferstehungskörper aus der Leiche auf dieselbe Weise heraus wächst wie ein Baum oder ein Busch aus einem Samen heraus wächst. Er sagt, dass es sowohl Kontinuität wie auch Diskontinuität gibt. Und dann sagt er, dass es Sternenkörper wie Sterne gibt, dass es Körper im Meer wie Fische gibt. Was er damit aussagt? Er schafft einen hermeneutischen Raum, um zu sagen, dass es verschiedene Arten von Körperlichkeit gibt. Diese neue Art von physischem Dasein ist gleichförmig mit der alten, aber verwandelt. Im Besonderen ist es ein Körper, der nicht mehr sterblich ist in dem Sinn, dass er nicht mehr fähig ist, zu sterben – er ist nicht mehr verderblich, er kann nicht mehr leiden. Es ist eine neue Art von Körper.
'Geistlich ' heißt nicht „nicht auf körperliche Art und Weise“
Der zweite Grund, warum dies schwierig ist, kommt in V. 44, wo die Bibelübersetzungen NIV RSV und NRSV denselben Fehler beim Übersetzen machen ' es ist gesät ein natürlicher Leib, er ist auferstanden '. (Wenn man Paulus näher kommen will, verwendet man am besten irgendeine andere Übersetzung außer der NIV besonders im Römer - und Galaterbrief) . Das Problem ist, dass so viele Schriftsteller, Lehrer und Theologen der letzten Generation behauptet haben, dass, wenn es sich um einen geistlichen Körper handelt, es ein nicht-physischer Körper sein muss. 1. Kor. 15 ist das früheste Schriftstück, das wir über die Auferstehung haben (Paulus schreibt innerhalb von ca. 25 Jahren, wobei die Evangelien später aufgeschrieben wurden. Später hatten sie diese ziemlich die Körperlichkeit betonenden Geschichten über Jesus, der gegrillten Fisch gegessen und das Brot gebrochen hat. Aber (so das Argument) der Glaube der frühen Christen machte kein leeres Grab erforderlich, weil es nur ein geistlicher Körper ist. Deshalb ist es nicht physisch.
Unsere Kultur ist immer noch so von Plato durchdrungen, dass wir annehmen, „geistlich“ hieße „nicht körperlich“. Sie hat diese Welt von Schatten und Illusionen hinter sich gelassen und Dinge, die man berühren und sehen und in Teströhrchen stecken kann, sind in das Reich des reinen Geistes übergegangen. Das ist nicht das, was Paulus sagt. Die zwei Adjektive, die er verwendet, die hier als „natürlich“ und „geistlich“ übersetzt wurden, heißen psychikos und pneumatikos. Psychikos bedeutet 'seelisch' , mit anderen Worten ist natürlich damit gemeint, dass es das gewöhnliche menschliche Leben meint. Es bedeutet sicherlich nicht „körperlich“ im Gegensatz zu 'geistlich', wie es die RSV sagt.
Nicht die Substanz, aus der es gemacht ist, sondern wodurch es belebt wird
Jetzt zu einer Tatsache griechischer Grammatik. Diese Adjektive enden mit –ikos. Sie sagen aus, nicht woraus etwas gemacht wurde, sondern von was es belebt wird. Die Frage ' Ist das Boot, das Sie letzte Woche gekauft haben, ein Segelboot oder ein Motorboot?' fragt, was dieses Boot antreibt, wovon es belebt wird – im Gegensatz zu der Frage, ob es aus Glasfaser oder Holz gemacht ist. Diese Adjektive sagen nichts aus, wovon der neue Körper gemacht wird, sondern was es belebt. Paulus’ Punkt ist der folgende: der Körper, den wir gegenwärtig haben, welcher zerfällt, wird sterben. Er wird derzeit von dem belebt, was wir die Psyche, das Leben, die Seele, das Innenleben der jetzigen Person nennen können. Aber der neue Körper wird belebt von Pneuma, vom Geist Gottes, wie Paulus es eindeutig in Römer 8,11 ausdrückt.: 'Wenn aber der Geist dessen, der Jesus aus den Toten auferweckt hat, in euch wohnt, so wird er, der Christus Jesus aus den Toten auferweckt hat, auch eure sterblichen Leiber lebendig machen wegen seines in euch wohnenden Geistes’.
Auferstehung bedeutet Körper
Mit anderen Worten ist das Geschenk des heiligen Geistes in der Gegenwart eine Garantie für unsere Auferstehung in der Zukunft. Es gibt Kontinuität. Paulus sagt, es ist ein geistlicher Körper - es ist ein veränderter Körper, belebt und angetrieben durch den Geist – doch es ist immer noch ein physischer Körper, und wenn es nicht so gewesen wäre, hätte niemand in der Antike das Wort 'Auferstehung' jemals verwendet, um zu beschreiben, was vorgefallen war. Auferstehung bedeutete Körper, das ist gerade die Art, wie es damals war und ist. Dies lässt eine Weltanschauung entstehen, die frustrierend anders ist als die, in die so viele Christen implizit hineingeraten, wenn sie die Frage einfach stellen 'Wie kommt man in den Himmel, wenn man stirbt?' Sie finden im Matthäusevangelium (dass sie, wenn sie das Neue Testament öffnen, zuerst lesen) ' tue dieses und tue jenes, so dass du in das Königreich des Himmels kommst ' und sie nehmen an, dass dies hieiße, dass man an eine Stelle gelangt, die Himmel genannt wird. Dies sei ein Ort, wo Gott mit seinen Leuten zusammen wohnt, nachdem sie sterben. Das ist überhaupt nicht das, was es bedeutet. Wir sind aufgerufen, dafür zu beten, dass das Königreich des Himmels (welches ein anderes Wort für das Königreich Gottes im Neuen Testament ist) auf die Erde kommt, wie es im Himmel schon ist.
Himmel und Erde überlappen und greifen ineinander
Der ganze Punkt ist, dass Himmel und Erde sich überlappen und auf eine ziemlich andere Art und Weise ineinander greifen, und wir sind aufgefordert, Teil seiner Familie zu sein und zu beten, dass diese Integration geschieht. Im antiken jüdischen Denken ist der Tempel der Ort, wo sich Himmel und Erde überlappen, und die Torah, das jüdische Gesetz, sowie die Weisheitsliteratur die Stelle ist, an der sich Himmel und der Erde überlappen. Diese kommen alle im Neuen Testament auf eine ziemlich neue Weise zusammen und Jesus lehrte uns zu beten, dass dies erfüllt wird - dass Himmel und Erde zusammen kommen, so wie sie zueinander gehören. Dies wird als Ergebnis seines eigenen Wirkens geschehen.
Das neue Jerusalem, das vom Himmel herunterkommt
Die letzte große Szene in der Bibel am Ende der Offenbarung handelt nicht von menschlichen Wesen, Seelen vielleicht, die bis zu einem entfernten körperlosen Himmel geführt werden, sondern das neue Jerusalem, das vom Himmel auf die Erde herunterkommt, so dass der Wohnsitz Gottes unter den Menschen ist. Dann wird er alle Tränen von ihren Augen abwischen. Dies ist die Verheißung des Neuen Testaments, und wir haben dies eingetauscht (einschließlich leider vieler evangelischer Christen), die locker über die Auferstehung reden und damit einfach das neue Leben nach dem Tod meinen. Wir müssen robuster sein und es ist hart, weil nicht nur viele Leute in unseren Kirchen, Schulen, Hochschulen daran glauben, sondern weil sie es nie gehört haben! Und doch es ist das, was das Neue Testament auf jeder Seite sagt. Es ist das, was die frühen Kirchenväter des 2.Jahrhunderts wie z.B. Justin und Irenaeus immer wieder und wieder sagten, so dass die Auferstehung zu einer Schlüsselerkenntnis wurde, die heidnische Welt bemerkte und über die sie sich ärgerte.
Wofür die frühen Christen bekannt waren
Ich finde es faszinierend. In den Werken von Galen, dem großen Doktor des späten 2.Jahrhundert gibt es ein Fragment, wo er sagt, dass er nur zwei Dinge kennt, über diese lustige kleine Gruppe, die sich Christen nannten: zum einen glauben sie an die Auferstehung des Körpers und zum andern sind sie nicht sexuell unmoralisch. Wäre es nicht großartig, wenn die christliche Kirche heute dafür bekannt wäre, dass sie an die Auferstehung glauben, und dass sie nicht mit jedem nächst Besten schlafen! Das war das, was auffiel – ein Gegensatz zum Rest der Heiden, für die diese Dinge völlig absurd waren: niemand glaubte an die Auferstehung und jeder war sexuell unmoralisch - das war einfach normales heidnisches Benehmen.
Die Märtyrer von Lyon
Das zweite Faszinierende ist folgendes: am Ende des 2. Jahrhunderts im Jahr 177 n.Chr. predigten die Märtyrer von Lyon die Auferstehung, und als die Heiden sie fanden und sie töteten, verbrannten sie sie und verstreuten ihre Asche im Fluss der Rhone, so dass sie danach sagen konnten: 'Jetzt seht, was mit der Auferstehung geschehen wird! Was wird Gott jetzt tun, wenn ihr Körper völlig zerstört worden ist? ' doch Irenaeus, der aus Rom kam um das Bischofsamt in Lyon nach 177 zu übernehmen, fuhr mit der Predigt über die Lehre der Auferstehung fort.
Auferstehung ist subversiv
Dies ist eine kraftvolle These und der Grund dafür ist, dass die Auferstehung mächtige Energie besitzt. Wer war es, der die Vorstellung von der Auferstehung im NT nicht mochte? Es waren die Sadduzäer, nicht weil sie die Liberalen waren, sondern weil sie die Konservativen waren. Wir tendieren zu dem Denken, dass es die liberalen Theologen sind, die die Auferstehung leugnen, aber in jenen Tagen waren es die Konservativen, weil die Auferstehung eine neumodische Idee war, auf die sich jene gefährlichen Pharisäer einließen. An die Auferstehung zu glauben, bedeutet zu glauben, dass Gott alles auf den Kopf stellt und von innen nach außen kehrt. Und jene, die jetzt wirklich ihm gegenüber loyal sind, werden auf der richtigen Seite herauskommen. Die Sadduzäer wollten keinen Gott, der die Welt auf den Kopf stellt. Die Auferstehung ist eine schlechte Nachricht für Leute, die ein größeres persönliches Interesse daran haben, dass sie alle ihre bisherigen Wege weitergehen und die bisherigen Regeln beibehalten können.
'Ich erlaube niemandem, die Toten aufzuerwecken!'
Oscar Wildes Schauspiel „Salome“ setzt an diesem Punkt genau an. Herodes Antipas hört über Jesus von Nazareth, dass er herumging und die Tauben und die Stummen heilte und die Lahmen gehend und den Blinden sehend machte . Und er ist ziemlich aufgeregt und interessiert: aber als der Bote sagt:... Und er weckt die Toten auf!' geht Herodes sofort in einen stürmischen Ton über: 'Ich erlaube niemanden, die Toten aufzuerwecken! Dieser Mann muss gefunden und gestoppt werden - ihm muss gesagt werden, dass es absolut verboten ist, die Toten aufzuerwecken!' Herodes weiß, dass wenn es jemanden gibt, für den der Tod nicht das letzte Wort ist, dann ist die große Waffe des Tyrannei nicht mehr einsatzfähig wie bisher. Denn der Tyrann herrscht durch den Tod und wenn es jemand gibt, der herumläuft und Tote auferweckt, dann zittern die Tyrannen vor ihm.
Auferstehung ist politisch
Die Auferstehung ist schon immer sehr eng mit der christlichen Überzeugung verbunden gewesen, dass Jesus der Herr ist und Cäsar deshalb nicht der Herr ist. Und eines der wirklichen Aufgaben der Kirche in dieser Generation ist, dies wieder neu zu lehrern, auf Wegen, die wir tatsächlich verstehen und die wir umsetzen können. Wir sollten weder auf eine christliche Art von Radikalismus der 60er Jahre verfallen noch zur Aufklärung zurückgehen, die sagt, dass Religion und Politik zwei völlig verschiedene Dinge sind (was niemand in der neutestamentlichen Zeit sich jemals vorgestellt hätte). Wir müssen verstehen, dass Auferstehung bedeutet, dass Gott in unsere Welt einbricht und eine neue Schöpfung schafft und uns dann die Kraft und die Nachricht anvertraut, durch die diese Neuschöpfung ins Dasein kommt.
Ein Kommentar zur der Reihe 'Das Finale' von Tim LaHaye
Wie reden wir christlich und denken weise über die Zukunft nach? Die Kindergeschichten von C.S. Lewis' nährten unsere Phantasie, als wir aufwuchsen und haben uns einfallsreiche Werkzeuge gegeben, mit denen wir christliche Wahrheit untersuchen können und uns eine Welt vorstellen können, wo diese christliche Wahrheit zentral und wichtig und wirklich wahr und nicht abgehoben und verrückt ist. Jedoch ging die 'Das Finale' Serie, die über die letzten zehn Jahre in Amerika und in einem geringeren Maß in Großbritannien so beliebt gewesen sind, schafft nicht dasselbe. Es ist eine Phantasiegeschichte, aber die Romane spielen auf eine dualistische Sichtweise der christlichen Botschaft an. Gemäss dieser Reihe sehnen wir uns vor allem danach, dass Gott seine Leute von dieser gegenwärtigen gottlosen Welt rettet, in dem er sie in den Himmel entrückt, so dass die gottlose Welt sich selbst dann in die Dunkelheit und das Chaos und Armageddon manovrieren kann, während der Rest von uns oben sitzt und zuschaut. Dies basiert natürlich auf den wenigen Versen, in welchen die Rede ist, dass die Heiligen in den Wolken entrückt werden (1. Thessalonicher 4,13-18). Es ist eine der vielen reichhaltigen Metaphern von Paulus. Er glaubt ebenso wenig, dass diese Stelle buchstäblich genommen werden soll wie auch die anderen Stellen im nächsten Kapitel, wenn er z.B. im gleichen Atemzug sagt, dass die Frau in Wehen liegt oder dass man nicht einschlafen oder betrunken werden soll, sondern dass man die Rüstung anziehen soll. Dies ist ein lebhafte und einfallsreiche Art zu reden, bei der er nicht beabsichtigt, dass wir sie buchstäblich nehmen.
Gott beabsichtigt, die gegenwärtige Welt zu erlösen
Es ist eine Sache der Weltanschauung. Wenn man glaubt, dass die gegenwärtige Welt grundsätzlich schlecht ist und dass Gott es vorhat, sie abzulehnen, dann ist die Hauptsache, in einen entfernten Himmel weggerissen zu werden, wo man für immer bleibt. Doch worin liegt dann der Sinn, irgendetwas für diese jetzige Welt zu tun, um sie zu verbessern? Gott wird sie sowieso zerstören, also wen interessiert sie? Diese These wird in einigen Teilen unserer Welt heute klar diskutiert. Aber entsprechend dem Neuen Testament hat Gott viel bessere Pläne als das. Die Aussage „Gott machte eine schöne Welt“ – das Glaubensbekenntnis besagt, dass Gott der gute Schöpfer der ganzen Welt des Himmels und Erde ist - ist grundlegend für das Judentum und das Christentum. Gott beabsichtigt nicht, dass diese Welt in seinem eigenen Saft schmoren sollte - Gott beabsichtigt, sie zu retten und sie umzuarbeiten und sie als sein Eigen zu beanspruchen (wie es Jesaja sagt) ' die Erde soll voll des Ruhmes Gottes sein, wie das Wasser das Meer bedeckt,'. Ebenso ist der Tempel das Haus Gottes, der kommt und sie mit seiner Gegenwart füllt, und der Punkt dieser Verheißung ist, dass die ganze Schöpfung der Tempel der Herrlichkeit Gottes werden soll. Darum geht es in der Offenbarung.
An die Neuschöpfung glauben
Unsere Vorstellungskraft ist so geschrumpft, dass wir dieses ganze Element des Evangeliums vergessen haben. Wir müssen in größeren Kategorien - an Neuschöpfung – denken. Davon handelt die Geschichte und dann macht die Auferstehung Sinn. Wenn man einfach an eine Eschatologie glaubt, bei der einige Leute in die obere Etage und einige ins Erdgeschoss gehen, was bedeutet da Auferstehung? Wo geschieht sie? Wie sieht sie aus? Wenn man stattdessen sagt, dass 'Gott vorhat, den Himmel und die Erde zu erneuern und sie eins werden', dann wird es dort eine neue Welt geben, in der wir aufgerufen sind, nicht nur Bürger sondern Gottes Haushalter zu sein: Menschen, die vor Gott für den Garten und für die Tiere verantwortlich sind wie es im ersten Kapitel der Schöpfungsgeschichte steht.. Innerhalb dieses größeren Bildes macht es Sinn von einem zweiten Kommen Jesu zu sprechen.
Jesu Wiederkunft verstehen
Viele stellen sich die Wiederkunft Jesu wie eine Weltraumreise von Jesus vor. Jesus ist weit entfernt, irgendwo da draußen und wenn er zurückkommt, ist es eine lange Reise. Aber das Neue Testament verwendet auch den Begriff des Erscheinens und ich finde dies eigentlich hilfreich. Natürlich gibt es eine Art von Abwesenheit Jesu im Moment, einer sonderbaren Gegenwart, aber auch eine Abwesenheit, so dass, wenn er dann wieder anwesend ist, man sagen würde, er 'kam an'. Aber das Neue Testament betrachtet den Himmel und die Erde als zwei überlappende Sphären der Realität Gottes. Der Himmel ist die Sphäre Gottes, die Erde ist unsere Sphäre? Im Moment ist der immer noch physisch auferstandene, wahrhaftige Mensch – Jesus - in der Sphäre Gottes im Himmel - aber wo ist der Himmel? Nicht eine Million Meilen über dem Himmel, sondern eine Dimension der Wirklichkeit, die mit unserer Wirklichkeit sich überschneidet, die nah und doch nicht greifbar ist, als ob sie hinter einem unsichtbaren Vorhang ist. Eines Tages wird der Vorhang zurück gezogen und dann wissen wir um die persönlichen Gegenwart Jesu, weil das der Moment ist, wenn Himmel und Erde zusammengefügt. werden.
Also spricht das Neue Testament darüber, dass er 'erscheint', zum Beispiel in Kol. 3,4 und 1. Johannes 3,2: „Geliebte, jetzt sind wir Kinder Gottes, und es ist noch nicht offenbar geworden, was wir sein werden; wir wissen, dass wir, wenn es offenbar werden wird, ihm gleich sein werden, denn wir werden ihn sehen, wie er ist“
Ich finde das einen viel leichteren Weg, die Tatsache zu kommunizieren, dass es einen Tag geben wird, an dem Jesus wieder unter uns sein wird, als es sich vorzustellen, dass die Welt einfach so weiter läuft wie bisher, bis dann eines Tages Jesus kommen wird und (wie manche der Hymnen fälschlicherweise sagen) uns entrücken und uns wieder in den Himmel bringen. Nein! Er kommt zurück, um über die Neuschöpfung zu herrschen, die jetzt schon rechtskräftig sein Eigen ist.
Den Tod ernst nehmen
Sehen Sie, was geschieht, wenn wir dieses nicht tun? Der Tod ist 'der letzte Feind'; doch wie viele von Ihnen sind zu einem Begräbnis gewesen, wo dieses schreckliche Stück von Henry Scott Holland gelesen wurde: 'Der Tod ist überhaupt nichts, ich bin gerade hinübergegangen in den nächsten Raum, denk an mich, sprecht von mir genauso, wie du es immer getan hast, es ist völlig okay, ich bin gerade nebenan, nichts hat sich geändert . ' Es ist nicht nur eine Lüge, es ist seelsorgerlich gesehen eine sehr schädliche Lüge. Wenn jemand versucht, das zu glauben und dann für einen Tag oder eine Woche mit wirklichem Kummer lebt, wird in viel stärkere Verleugnung gehen als er es sowieso getan hätte. Der Tod ist ein Feind, nicht ein Freund, mit dem man sich arrangieren muss. Die Auferstehung ist oft eine Redensart, die sagt, dass diese Person gestorben sei, aber dass es ganz gut sei, denn sie werde auferstehen. Nein, die Auferstehung ist der Sieg über den Tod, nicht seine Umschreibung. Auferstehung besagt, dass der Tod nicht das letzte Wort hat, nicht weil wir in einen platonischen Himmel gehen, sondern weil wir eines Tages eine neue Geschöpflichkeit, einen verwandelten physischen Körper in der neuen Welt Gottes haben werden.
Was geschieht in der Zwischenzeit?
Wenn wir über die Neuschöpfung (auf die wir immer noch warten), die Wiederkunft Jesu und unsere Auferstehung nachdenken, dann ist die natürliche Frage 'Was geschieht mit den Menschen, die in der Zwischenzeit gestorben sind?' Das ist eine Frage, die das Neue Testament interessanterweise nicht oft anspricht. Aber, wenn es dies tut, scheint es klar zu sein, dass bestimmte Möglichkeiten, die von Zeit zu Zeit innerhalb der christlichen Tradition aufkommen, ausgeschlossen sind. Gehen die Leute direkt, um bei Jesus zu sein oder müssen sie durch eine Periode der Läuterung zuerst durch? Einer meiner Kollegen und ich haben endlose Diskussionen über dieses Thema gehabt - er glaubt treu ans Fegefeuer, denn, wenn wir sterben, tragen wir ein bisschen von uns selbst, was immer noch sündig und unordentlich und konfus ist, mit uns herum und wir werden erst eine Säuberung erhalten müssen, die auch einige Zeit dauern kann, bevor wir schließlich in die Gegenwart Gottes passen. Nach dem Neuen Testament ist es der Tod selbst, der alles beendet, was derzeit sündig und böse in uns ist. Dies war das wichtigste Argument, das die frühen englischen Reformatoren gegen die im 16. Jahrhundert eingeführten Lehre vom Fegefeuer hervorbrachten. Dann sind wir in der Lage durch Christus in die Gegenwart Gottes zu gehen, wie auch immer Sie sich das vorstellen wollen - und das ist eine andere Sache - wir haben einfach keine sprachlich treffende Begriffe dafür.
Dürfen wir trauern?
John Polkinghorne, der große Physiker und Theologe aus Cambridge, verwendet eine zeitgemäße Metapher, die das so gut ausdrückt: 'Gott lädt unsere Software auf seine Hardware bis zu dem Tag herunter, bis er uns eine neue Hardware gibt, um die Software auszuführen.' - Man muss so etwas in diesem Sinne sagen, um den Sinn einer zweistufigen Zukunft zu verstehen. Aber das ermöglicht zu sagen, dass der Tod wirklich wichtig ist; es ist ein wirklicher Verlust. Wenn Sie zu einem Begräbnis gehen und sich von dieser Person verabschieden, ist die Trauer nichts, wofür man sich schämen müsste, sie ist völlig und zutiefst angemessen. Paulus sagt, „damit ihr nicht betrübt seid wie die übrigen, die keine Hoffnung haben“ (1 Thess 4:13) - Er sagt nicht: 'ich will nicht, dass ihr trauert ', er sagt, dass er nicht die hoffnungslose Art von Trauer haben will. Diese andere Art von Trauer ist immer noch Trauer, und es ist immer noch sehr schmerzhaft und braucht lange, bis man sich durchgearbeitet hat, aber es ist eine Trauer voller Hoffnung. Und die Hoffnung ist nicht einfach, dass wir 'in den Himmel gehen', obwohl dies okay ist, wenn Sie diese Redewendung für den Übergangstatus verwenden wollen: es ist die Hoffnung auf den letzten gültigen Status.
Gibt es Heilige mit verschiedenen Abstufungen im Himmel?
Also ich glaube nicht an das Fegefeuer; noch glaube ich, dass es Christen gibt, die es schon in eine geistlich höhere Position in der Gegenwart geschafft haben, die andere Christen, die schon gestorben sind, nicht haben. Nach dem Neuen Testament sind alle jene, die in Christus gestorben sind, mit Christus auf einer Ebene. Ich sehe keinen Grund dafür, anzunehmen, dass es Abstufungen und Hierarchien gibt. Deshalb ist die Zeit rund um Allerheiligen eine wunderbare Zeit für mich, bei dem ich jeden verehre und feiere - von Maria, der Mutter des Herrn bis zum christlichen Freund, der letzte Woche starb. Alle Heiligen sind dort zusammen. Deshalb denke ich, dass die Unterscheidung, die wir machen, zwischen allen guten und berühmten Heiligen, derer wir an Allerheiligen gedenken, und den Menschen, die wir gekannt haben, derer wir an Allerseelen gedenken und die vielleicht noch ein wenig Hilfe brauchen, um aus ihrem Gefängnis herauszukommen, ein totaler Schwachsinn ist. Ich sage hier nichts, was ich nicht schon in Veröffentlichungen gesagt habe, aber es ist in vielen Gruppen recht kontrovers.
Was Sie jetzt tun, hat Bedeutung
Ich komme auf die Anfangsfrage zurück: Warum sagt Paulus 'Daher, meine geliebten Brüder, seid fest, unerschütterlich, allezeit überreich in dem Werk des Herrn, da ihr wisst, dass eure Mühe im Herrn nicht vergeblich ist'? (1. Kor. 15, 58) Im Lichte dessen, was Gott in Zukunft machen wird, können Sie die Bedeutung sehen, wozu Sie gegenwärtig berufen sind. Denn der Punkt ist der: wenn Gott nicht vorhat, die gegenwärtige Welt wegzuwerfen, sondern sie zu erlösen und wiederherzustellen, dann zählt das, was Sie jetzt zur Wiederherstellung beitragen in der neuen Welt Gottes. Ich sage hier nicht, dass wir das Königreich Gottes mit unseren eigenen Bemühungen aufbauen können, und auch nicht, dass wir uns zurücklehnen, um nichts zu tun, bis Gott alles am Ende selbst tut.
Das Behauen der Steinen für eine große Kathedrale
Es ist, als ob uns bestimmte Aufgaben gegeben worden sind, wie den Leute, die Steine behauen sollten für eine große Kathedrale, deren Pläne sie noch nicht gesehen haben, (nun vielleicht haben sie einen Blick darauf gehabt). Mir ist dieser Stein zur Arbeit gegeben worden; ich weiß nicht, wo er im Gebäude seinen Platz finden wird, aber meine Aufgabe ist es, weiterzumachen und diesen Stein zu formen. Ihre Aufgabe ist es, ihren Stein zu behauen, ein anderer hat die Aufgabe ein buntes Glasfenster zu bearbeiten und eines Tages als ein frisches Geschenk der Gnade wird der Architekt seine Neuschöpfung zusammenfügen und es wird die Sinfonie mit einschließen, die Sie zur Ehre Gottes geschrieben haben, das Gebe, dass Sie mit jemandem gebetet haben, als dieser starb, die Gemeinschaft, die Sie gepflegt haben. Es braucht Phantasie, um sich Gottes neue Welt vorzustellen. Auf eine Weise, die viel Vorstellungskraft beansprucht, sind wir aufgerufen, jetzt Dinge zu tun, die dann als ein Teil des kommenden Königreichs Gottes angesehen werden: und das ist der Punkt der Auferstehung.
Wir sind berufen, zwischen zwei Zukunftswelten zu leben
Die Auferstehung ist die nochmalige Bestätigung, dass die Schöpfung gut ist sowie die Bestätigung alles dessen, was in der gegenwärtigen Schöpfung zur Verherrlichung Gottes getan wird. Denn es ist nicht nur der Himmel und die Erde, die sich überlappen, dies gilt auch für die gegenwärtige Zeit und die zukünftige Zeit. Mit Jesu Auferstehung ist Gottes Zukunft in der Gegenwart angekommen, und wir sind gerufen, um (wie Paulus es in den Versen 20-26 sagt) zwischen Zukunft Stufe 1 und Zukunft Stufe 2 zu leben. Christus ist schon auferstanden, er hat schon die Neuschöpfung begonnen: und wir sind vom Geist berufen, Agenten der Neuschöpfung in unserem eigenen persönlichen Leben, bei der Arbeit, bei unseren kreativen und kulturellen Aktivitäten oder wo auch immer zu sein, und nicht nur auf die Zukunft zu warten, sondern die Zukunft in unser Heute zu bringen.
'Deshalb seid standhaft, unerschütterlich.' dies ist die Botschaft von Ostern: machen Sie weiter mit der Arbeit, zu der Sie berufen sind. Sie ölen nicht die Räder einer Maschine, die dann über eine Klippe gelassen wird, sie tun wirklich Dinge, die nachhaltig und nicht vergeblich sind.'.
Anhang
Ich liebe das Ende des Evangeliums von Johannes aus mehreren Gründen. Eines der faszinierendsten Dinge ist seine Unvollständigkeit, sein offenes Ende: Jesus spricht zu Petrus über den Jünger, den Jesus liebte und der ihm folgt: 'Wenn ich will, dass er bleibe, bis ich komme, was geht es dich an? Folge du mir nach!' und dann gibt es nur ein Paar Zeilen mehr und wir sind am Ende des Buches. Dies gibt einem das Gefühl, als ob jemandem eine Tür aufgestoßen wird in einen glorreichen neuen Tag mit einer ganzen Welt, die es zu entdecken, zu erkunden und zu bearbeiten gilt, und wir merken, wie die Musik leiser wird und wir denken- „und wie geht es weiter?“
Und die Antwort ist, Gott ist am Wirken durch seinen Geist, und Sie sollen daran beteiligt sein, eine neue Welt zu schaffen. |