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EurECA - European Educators' Christian Association
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EurECA Konferenz 2009

Wie sollten Christen unterrichten?

Aus ganz Europa und darüber hinaus kamen die 106 Teilnehmer zur diesjährigen EurECA Konferenz. Wir kamen im Institut Emmaüs zusammen, einer Bibel- und Missionsschule, wunderschön gelegen auf einem Hang oberhalb des Genfer Sees, was über das Wochenende durch blauen Himmel und warmen Sonnenschein noch schöner wurde.

Zwanzig Länder waren vertreten: Belgien (1), Bulgarien (5), Deutschland (13), England (17), Finnland (4), Frankreich (5), Italien (1), Luxemburg (2), die Niederlande (4), Norwegen (6), Österreich (4), Portugal (2), Rumänien (6), Schottland (3), die Schweiz (15), Spanien (1), Ungarn (5) und die Ukraine (4) und von außerhalb der europäischen Grenzen 7 aus Australiien und 1 aus den USA.

Wir kamen aus einem weiten Spektrum des Bereichs Bildung und Erziehung: aus Grundschulen und weiterführenden Schulen (sowohl aus staatlichen Schulen und solchen in freier Trägerschaft); aus Sprachschulen, Hochschulen und Universitäten. Unter den Teilnehmern fanden sich Vertreter nationaler christlicher Lehrerverbände und von Organisationen, die Christen im Schulwesen und Bildung zu Hause unterstützen.

Der Schwerpunkt der Konferenz lag auf den Methoden des Lehrens und Lernens überall im Lehrplan. Es ging darum, wie unser Glaube unsere Herangehensweise prägen kann, weniger darum, was wir vermitteln als darum, wie wir es tun. Wir nahmen unsere pädagogischen Ansätze unter die Lupe, im Licht einer christlichen Sicht der Wirklichkeit und besonders der menschlichen Natur und Entwicklung. Es waren keine trockenen Studien, wenn auch in einem christlichen Kontext, sondern wir erlebten eine Reihe fesselnder, lebendiger Vorträge,  die gut erklärt waren, die vorgefasste Ideen in Frage stellten und uns ermutigten, unsere Praxis als Christen im Erziehungswesen zu überdenken.

Der Hauptredner war David Smith, der am Calvin College in den USA Deutsche Sprache und Literatur lehrt und der Gründungsrektor des Kuyers Instituts für Christliches Lehren und Lernen ist (www.pedagogy.net). Er wuchs in Großbritannien auf und arbeitete früher am Stapleford Centre, wo er einer der treibende Kräfte beim Charis Projekt war.

Das Thema des ersten Vortrags war Glaube in der Pädagogik: Wandel im Verständnis von Lernen. David nutzte das konkrete Beispiel der sich verändernden Methoden des Fremdsprachenlernens in der jüngsten Geschichte, um ganz praktisch aufzuzeigen, wie Lehr- und Lernprozesse verschiedene untergründig vorhandene Vorstellungen über Schüler, über Wachstum und über die Art menschlichen Gedeihens widerspiegeln.

Daran schlossen sich Arbeitsgruppen an, die entweder nach der unterrichteten Altersgruppe oder nach dem Fach zusammengesetzt waren. Ausgehend von den von David aufgeworfenen Fragen war es unsere Aufgabe, die Bandbreite unserer Ansichten über die menschliche Natur und die Unterrichtsstile zu betrachten, die unsere Praxis im Verlauf der Jahre beeinflusst haben. Die meisten Gruppen mussten zum Mittagessen gelockt werden, so lebhaft waren die Diskussionen!

Davids zweiter Vortrag über Lernen und geistliches Wachstum baute auf dem ersten und auf den Arbeitsgruppen auf. Er richtete unseren Blick auf einen Perspektivenwechsel in der Pädagogik, der den Fachunterricht mit geistlicher Entwicklung verbindet. Nachdem wir etwas über die vom Glauben geprägte Art von verschiedenen Ansichten über das Lehren und Lernen erfahren hatten, stellte sich die Frage, wie der christliche Pädagoge reagieren sollte. Wie könnte die Überzeugung, dass die geistlichen und ethischen Aspekte der Schülerpersönlichkeit von grundlegender Bedeutung sind, die Art und Weise, wie wir das Lehren und Lernen angehen, beeinflussen?

Nach dem Vortrag ging es in Arbeitsgruppen von fünf oder sechs Personen, diesmal nach Ländern, Sprachen und Arbeitsfeldern gemischt. Wir sollten kurze Beschreibungen von Erlebnissen in der Klasse zur Konferenz mitbringen, in denen persönliche Veränderungen (jeglicher Art, nicht nur "geistlicher" im engeren Wortsinn) stattgefunden hatten. Jeder erzählte den anderen in der Gruppe seine Geschichte. Dann erarbeiteten wir zusammen einen kurzen Kommentar zu jedem Bericht, der den Zusammenhang mit einer christlichen Sicht der persönlichen und geistlichen Entwicklung herausstellte, der, wenn möglich einige der Fragen aus den ersten beiden Vorträgen einbezog. (Eine Auswahl dieser Geschichten findet sich unter http://www.eureca-online.org/TrueStoriesofTransformationfromtheClassroom.html.)

Davids dritter und letzter Vortrag zur Praxis des christlichen Lernens beleuchtete die Wichtigkeit der christlichen Praxis im Unterricht. Er benutzte das Beispiel von Lesestilen in unseren Schulen im Vergleich mit der langen Tradition christlichen Nachdenkens über verstehendes Lesen und Lesen zur geistlichen Erbauung. Danach folgte die letzte Arbeitsgruppensitzung. In unseren kleinen gemischten Gruppen nahmen wir noch einmal unsere Geschichten in den Blick um zu erkennen, wie sich unsere Unterrichtsstile ausgehend von dem, was David vermittelt hatte, ganz praktisch ändern könnten.

Nachdem wir im Lehren und in Diskussionen geschwelgt hatten, gab es am Samstagnachmittag Zeit, all das zu verdauen und im wunderbaren Sonnenschein zu entspannen. Einige gingen in der Umgebung des Hauses spazieren, andere nahmen an einem der Ausflüge teil: einer Schiffstour auf dem See, dem Besuch einer Stadt in der Nähe oder einer Bahnfahrt und Wanderung in den Bergen. Das bot auch die Gelegenheit, sich bei persönlichen Gesprächen näher kennenzulernen. Gleichzeitig bewunderten wir die atemberaubende Landschaft um den Genfer See.

Am Samstagabend stand das Gebet für die Nationen auf dem Programm. Ein Vertreter aus jedem Land hatte Gebetsanliegen zu seinem Land oder zu den Problemen, mit denen ihre Schulen bzw. Organisationen zu kämpfen haben, zusammengestellt. Die Listen mit den Anliegen waren im Esssaal verteilt. In Vierergruppen gingen wir im Raum herum, um jeweils für die vertretenen Länder zu beten. Dazwischen gab es musikalische Beiträge und Bibelverse und für viele war die gute Gemeinschaft und die Fürbitte deutlich zu spüren.

Man könnte sagen, dass die Veranstaltungen, die von David geleitet wurden, das "Fleisch" des Wochenendes waren. Auch durch die Andachten wurden wir ernährt, wenn wir miteinander in verschiedenen Sprachen sangen und uns jeden Tag für eine kurze Zeit auf einen Abschnitt aus der Heiligen Schrift besannen. John Muir leitete uns in diesen Zeiten an, Das Wachstum des Christen zu betrachten, nach Lukas 2.52: Jesus nahm zu an Weisheit und Alter und Gnade bei Gott und den Menschen.

Nach langjähriger Tradition fließen die Erkenntnisse und Andachten jeder EurECA Konferenz im Sonntagsgottesdienst zusammen, in dem die Teilnehmer das Abendmahl zusammen feiern. Auch auf dieser Konferenz war das so.

Liviu Caprar, Lehrer an der baptistischen Hochschule in Temeswar in Rumänien, predigte zum Thema Was ist das Wichtigste beim Lehren?  Ausgehend von Markus 10, 17-22 hörten wir etwas über das opfervolle Leben Christi, unseres größten Vorbilds, wenn es darum geht, wie wir als christliche Lehrer und Erzieher leben und lieben sollen. Liviu forderte uns auf, zu sehen, was in der Erziehung am meisten zählt, wie wir nämlich unsere Liebe für andere umsetzen, indem wir unsere Zeit zur Verfügung stellen, nicht morgen oder irgendwann in der Zukunft, sondern JETZT.  Er zog viele Beispiele von Geschichten aus seiner eigenen Erfahrung heran, die die Predigt auf den Punkt brachten: dass Gott uns dazu berufen hat, lebendige Vorbilder zu sein. Er schloss mit der Ermahnung:

"Das Abendmahl zeigt uns deutlich, wie Jesus uns geliebt hat. Jesus war ein Muster wahrer Liebe. Der Apostel Paulus ermutigt uns in Epheser 5,2: Lebt in der Liebe, wie auch Christus uns geliebt hat und sich selbst für uns gegeben hat als Gabe und Opfer, Gott zu einem lieblichen Geruch ..." lasst uns seinem Bei-spiel folgen! Die Liebe unseres Erlösers geschah in Unterordnung unter den Willen Gottes und wurde von dort gesteuert. Bei uns soll es genauso sein. Jesus wusste, wie man lehren und lieben soll. Er liebte die Menschen aus den richtigen Motiven heraus und auf die rechte Art! Auch wenn es schwierig ist, ist das auch die Art der Liebe, nach der wir streben sollen, die uns prägen soll in unserer Arbeit mit den jungen Leuten, die uns anvertraut sind."

Der Schluss von Livius Predigt führte nahtlos zum Abendmahl, das John Shortt austeilte. Er nahm uns mit in die Anbetung, durch Gebet, Bibelstellen und Liedern. Dann teilten wir Brot und Wein.

Schöne Erinnerungen an ein erfreuliches und bereicherndes Wochenende in guter Gemeinschaft (und auch viel Spaß) werden uns bleiben. Es war Zeit, die Autos zu besteigen oder die Haltestelle der Bergbahn anzusteuern,  um weitere Verbindungen auf dem Nachhauseweg zu erreichen. Ob wir nun zum ersten Mal dabei waren oder schon andere EurECA Konferenzen erlebt hatten, alle zogen los "von der Straße nach Emmaus weg", nicht nur mit gutem Essen durch unsere Gastgeber verwöhnt, sondern auch mit viel "Gedankenfutter" versorgt, das uns noch für einige Zeit geistig und geistlich beschäftigen wird.

John Muir und John Shortt