Zur jährlichen EurECA Konferenz waren wir dieses Jahr in Martin Luther-Land. Ungefähr 60 Teilnehmer aus ganz Europa (und auch aus Singapur und Indien) fanden den Weg nach Bad Blankenburg, etwa eine Stunde Fahrt von Erfurt entfernt. In Erfurt wurde Luther Mönch, nicht weit von hier übersetzte er das Neue Testament ins Deutsche, damals zur großen Bestürzung der Kirche.
In Bad Blankenburg, einem schönen Kurort in der ehemaligen DDR, befindet sich das vor kurzem renovierte Allianzhaus, das seit 1886 das Konferenzzentrum der Deutschen Evangelischen Allianz beherbergt. Es liegt in der Mitte Deutschlands und diente schon Tausenden von Christen als Versammlungsort und zur Erholung. Fröbels erster Kindergarten und das Fröbelmuseum befinden sich gleich nebenan. Auf der Konferenz hörten wir, dass das Zentrum vor der Befreiung Osteuropas vom Kommunismus ein leuchtendes Zeugnis und ein Treffpunkt für Christen in einer Zeit der Verfolgung und Einschränkungen blieb.
Siebzehn Länder waren diesmal vertreten: Bulgarien (4), Deutschland (13), England (5), Finnland (3), Lettland (2), Niederlande (4), Norwegen (5), Österreich (3), Polen (2), Portugal (1), Rumänien (3), Schottland (2), Schweiz (4) Slowakei (5), Ukraine (2) und von außerhalb der Grenzen Europas ein Teilnehmer aus Indien und eine Teilnehmerin aus Singapur. Wir freuten uns auch über einen Lehrer aus dem Kosovo, der kurze Zeit dabei war. Es ermutigte uns, dieses Jahr viele junge Gesichter zu sehen und wir hoffen und beten, dass sie auch bei künftigen Konferenzen kommen können.
Im Vergleich zum Vorjahr war die Teilnehmerzahl geringer, aber das lag offensichtlich in Gottes Plan. Einige Räume des Konferenzzentrums befanden sich noch im Umbau und es wäre schwierig geworden, unter den gegebenen Umständen mehr Teilnehmer aufzunehmen.
Auch diesmal kamen die Teilnehmer aus einem breiten Spektrum von Tätigkeiten im Erziehungswesen: aus staatlichen und freien Grund- und weiterführenden Schulen, Sprachschulen, Fachschulen und Universitäten. Darunter waren Vertreter von nationalen christlichen Lehrerverbänden und von anderen Organisationen, die Christen in Schulen und beim Hausunterricht unterstützen.
Abweichend vom üblichen Programm hatten wir diesmal keinen Hauptreferenten eingeladen, uns in ein Thema einzuführen und seine Gedanken vorzutragen. Wir planten ein „Büffet“ von 20 Seminaren, die von Mitgliedern und früheren Konferenzteilnehmern vorbereitet und durchgeführt wurden. Die Themen reichten vom Stärkung der kulturellen Intelligenz als Lehrer in multikulturellen Klassen bis zu Anhand von ausgesuchten Bibeltexten Kisuahili lernen; von Wie beeinflusst die Theologie unserer jeweiligen Denomination unser Denken über christliche Erziehung bis Arbeiten mit hochbegabten Kindern und viele andere interessante dazwischen!
Die Teilnehmer wählten die Seminare schon bei der Anmeldung und trotz der Ungewissheit im Planungsstadium über die Durchführbarkeit dieses neuen Verfahrens kam dieses Format bei allen Anwesenden gut an. Sie schätzten die Möglichkeit sich schon im Vorfeld anzumelden, entweder um neue Interessensgebiete zu erkunden oder ihr Wissen in ihrem eigenen Gebiet zu erweitern. Lebhafte Diskussionen, offener Meinungsaustausch und gute Gemeinschaft führten zu einem gegenseitigen Kennenlernen von Gruppenmitgliedern, das bei größeren Treffen nicht immer möglich ist.
Am Freitagabend veranstalteten wir nach einem vollgepackten Seminartag den EurECAvision Sing- und Tanzwettbewerb. Das war ein fröhlicher und unterhaltsamer Abend und bot jedem Land die Gelegenheit, traditionelle Lieder und Tänze vorzuführen, wobei viele Nationaltrachten zu sehen waren. Alle machten mit beim Kennenlernen der unterschiedlichen Länder. Der Abend schloss mit dem internationalen Freundschafts- und Gemeinschaftslied Auld Lang Syne, dessen Altschottisch von den anwesenden Schotten für Uneingeweihte übersetzt wurde.
Traditionsgemäß bot der Samstagnachmittag eine weitere Gelegenheit zum gemeinsamen Entspannen. Man konnte wählen zwischen einer Wanderung zu einer nahegelegenen Burg für die mit viel Energie, dem Besuch des Fröbelmuseums in der Stadt und einem Stadtrundgang durch Erfurt. Die meisten entschieden sich für den Stadtrundgang, wo unser kenntnisreicher Führer Reinhard Holmer, Direktor des Allianzhauses uns auf den „Lutherpfad“ mitnahm. Er wusste auch von anderen Orten und Ereignissen in der Stadt zu berichten, mit gelegentlichen Hinweisen auf das herausfordernde Leben damals in der DDR.
Der Samstagabend war dem Gebet für die Nationen gewidmet. Die Delegierten der Länder bekamen die Gelegenheit, Gebetsanliegen und Dankesanliegen zu nennen. Wir spürten die Gegenwart Gottes, als wir uns beim Bitten und Danken vereinten. Einige dieser Anliegen finden sich auch im Gebetsrundbrief, der mit diesem Newsletter verschickt wird.
Jeden Morgen hielt Dana Hanesova aus Slowakien eine gute Andacht in Wort und Lied. Das wurde von allen sehr geschätzt, denn es stimmte uns geistlich auf den Tag der Gemeinschaft und des Mitteilens ein, der vor uns lag.
Das Oberthema der Konferenz Hinausgehen um anderen zu dienen wurde in der Predigt des Wortes Gottes im Abschlussgottesdienst mit Abendmahl am Sonntagmorgen aufgenommen. Die Überschrift der Predigt stammte aus den Schlüsselversen: „Dient einander, ein jeglicher mit der Gabe, die er empfangen hat“ (1.Petrus 4,10) und „Wir wollen Jesus sehen“ (Johannes 12, 20-36).
Ausgehend von diesen Versen nahm uns John Muir mit zum Nachdenken über:
Die Popularität Jesu.
Viele Leute wollten ihn sehen und hören. Sein Dienst des Predigens und Heilens wurde von den Massen gesucht, die zu seinen Predigten zusammenkamen und auch von Einzelnen: Aber nicht alle waren bereit, seine Botschaft zu hören.
Die Reaktion Jesu auf die, die ihn sehen wollten.
Er sagten denen, die gekomemn waren ihn zu sehen, was es bedeutete, ihm zu folgen. Es würde kein einfacher Weg sein. Aber es gab das Versprechen des ewigen Lebens für jene, die ihm ihr Leben geben.
Die Kosten der Nachfolge.
Jesus war nicht zimperlich, als er mit ihnen über die Zumutungen seines Todes am Kreuz sprach – sein Opfertod war der Kern der Rettungsbotschaft. Wenn er nicht stürbe, hätten sie kein ewiges Leben.
Jesus heute sehen.
Heute sieht die Welt Jesus im Leben und Zeugnis derer, die ihn als Retter angenommen haben. Das fordert jeden Christen heraus, sein Leben in dieser Welt entsprechend zu gestalten. Und wir sehen Jesus heute, wenn wir an seinen Tod denken, wenn wir teilhaben an Brot und Wein.
Wir sangen zusammen Wie tief muss Gottes Liebe sein und die Konferenz mündete in einen beeindruckenden Abendmahlsgottesdienst unter der Leitung von Len Reed. Nach der Verabschiedung von alten und neuen Freunden machten wir uns auf den Heimweg auf Straße, Schiene und in der Luft, erfrischt und erneuert, um die Aufgaben der folgenden Wochen in unserer Arbeit als Christen anzugehen.