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The Bible and the task of teaching von David Smith & John Shortt

Buchbesprechung von Steve J Van Der Weele

Courage to TeachWas sagen wir zu Paul Hirst, einem Pädagogen, der es in seinem Aufsatz „Christliche Erziehung – ein Widerspruch in sich“ (1971) und anderen Schriften als völligen Unsinn bezeichnet, wenn in der Bibel nach einem Leitfaden für die Erziehung in den heutigen Schulen gesucht wird. Er zieht die Schlussfolgerung, dass der Lehrplan einer Christlichen Schule sich kaum von dem einer weltlichen unterscheide.

Smith und Shortt fanden heraus, dass viele Lehrer an Christlichen Schulen sich in einer sehr bedrängten Lage befinden, wenn sie sich zu den Aussagen von Hirst äußern sollen. Wenn wir zwischen der Bibel und der Pädagogik an unseren Schulen eine Verbindung herstellen wollen, treffen wir auf viele unbeantwortete Fragen. Das ursprüngliche Ziel der Bibel bleibt jedoch die Darstellung der Geschichte unserer Erlösung.

Die Bibel ist kein Nachschlagewerk für alle Wissensbereiche, kein Mathematikbuch (obwohl manche in ihrem Eifer die Antwort auf mathematische Fragen im Stoff, den die Bibel liefert finden), auch kein Geschichtsbuch, dieses nur insofern als durch die Erzählung der Erlösungsplan erkennbar wird, - und sie ist auch kein wissenschaftliches Werk. Und was sagt die Bibel über Pädagogik und Lehrpläne? Und doch behaupten viele, dass ihre Schulen die Bibel als Grundlage für Erziehung und Unterricht haben.

Die Mitverfasser dieses Buches hinterfragen Hirst's These, dass die die Bibel den Inhalt oder die Pädagogik an unserer Schulen nicht beeinflussen kann, dass wir deshalb die Benutzung der Bibel auf Andachten und andere religiöse Zwecke begrenzen sollen. Der Gebrauch der Bibel, zum Wachstum der persönliche Heiligkeit wäre aber ein guter Beginn. Außerdem, kann und soll der Inhalt der Bibel auch als Sachwissen gelehrt werden, dies sowohl an stattlichen, als auch an Christlichen Schulen. Für die Säkulare ist die Beschäftigung mit dem Inhalt der Bibel die Weitergabe des Kulturerbes und, für Gläubige ist dies die Information über das Handeln Gott mit seinen Leuten.

Die Autoren präsentieren fünf verschiedene Vorgehensweisen wie eine biblisch-fundierte Bildung aussehen könnte, jede wird in einigen Kapiteln vorgestellt.

  1. Die Rolle der Bibel in der Formung der persönlichen Qualitäten des Lehrers;
  2. Die biblische Weisheit Ideologien und Kontrollüberzeugungen zu unterscheiden
  3. Die Rolle der Erzählungen als eine Glied zwischen der Bibel und der Pädagogik im Klassenzimmer
  4. Die Bedeutung von Metaphern in der Bibel;
  5. Erzieherische Modelle die enthalten sind, sowohl im Inhalt als auch in der Form der Bibel.

Keine Vorgehensweise wird bevorzugt. Die Autoren benutzen die Metapher eines Seils, das mehrere Stränge hat um eine sich ergänzende Anwendung der Vorgehensweisen zu vertreten.
Die Autoren beginnen mit dem Charakter und die Moralität der Lehrer. Schließlich ist Bildung ein moralisches Unternehmen, und der Lehrer muss die Tugenden die sie als Unterrichtsstoff vermitteln will vor den Studenten verkörpern. Das ist leichter gesagt als getan, weil nicht in alle Kulturen dieselben Tugenden geschätzt werden. Demut z.B.: ist für uns eine Qualität die ein Lehrer haben sollte. Aber nicht alle Kulturen stimmen darin überein, dass Demut eine Tugend ist. Und einige Tugenden sind nicht nur für den Christlichen Glauben wichtig. Nichtsdestotrotz, kann ein Lehrer direkt und indirekt die Charakterentwicklung der Schüler beeinflussen.

Auch die Beschäftigung mit den ‚Kontrollüberzeugungen’ in bezug auf Glauben wird schwierig. Was die Bibel über die Natur des Menschen und seine Beziehungen und die Weisheit die er benötigt um gut zu leben lehrt, existiert auch in anderen Weltanschauungen und viele wetteifern um die Gunst der Studenten. Auch Weltanschauungen müssen definiert werden und die Bibel spezifiziert nicht genau, wie diese im Klassenzimmer praktiziert werden sollen. Eine Überarbeitung dieser Vorstellungen steht noch aus!

Die Autoren werden enthusiastisch, wenn es um die Rolle von Geschichten im Unterricht geht. Geschichten können Kindern ein Gefühl für die Welt in der sie leben vermitteln. Geschichten gibt es viele - sowohl in der Bibel als auch in unserer kulturellen Überlieferung. Aber Geschichten sind nicht unschuldig und einige könnten einen falschen Eindruck hinterlassen. Die Bibel ist unentbehrlich in der Offenlegung der ‚Grossen Geschichte’, der authentischen Wirklichkeit, die bis kürzlich alle westlichen Erzählungen beeinflusste.

Metapher, ein untrennbarer Begleiter der Erzählung, kommt heutzutage alleine daher. Wir hegen nicht länger Misstrauen gegen eine Metapher und beharren auch nicht darauf, dass sie zu Prosa reduziert wird ehe sie nützlich werden kann. Wie Geschichten nisten sich auch Metaphern in der Phantasie ein und können den Verstand auf mächtige Weise formen. Der scharfsinnige Lehrer, wird seine Schüler mit Fragen konfrontieren, ob die Welt ein Garten oder eine Maschine, ein Paradies oder ein Wüste, ein Spielplatz oder eine Plantage ist, die sorgfältig gepflegt und erhalten werden muss. Das Bild eines einsamen Schäfers würde in bestimmten Kulturen kein Verständnis generieren. Es muss im Rahmen des Wissensnetzes pastoraler Unterweisung benutzt werden.

Die enormen kulturellen Wissenslücken schließen aber nicht aus, dass das größte Modell aller Zeiten, das die gewöhnlichen Leute so gern hörten eine Rolle spielt. Was er vor allem tat, war den Leuten die richtige Art des Sehens zu lehren. Damit wurde Orientierung ermöglicht, die jenseits der Gesetzlichkeit bedürftigen Seelen das Angebot von Leben und Hoffnung machte.

Aber auch andere Modelle müssen berücksichtigt werden. Die Torah zum Beispiel, die sich im Konflikt mit den Propheten befindet. Und die Weisheitsliteratur der Bibel die ein Verständnis der menschlichen Erfahrungen ermöglicht und uns veranlasst nach der Weisheit zu suchen, die Erfahrung für eine ewige Zukunft nutzbar macht.

In dieser Zusammenfassung kann nicht die gesamte Bedeutung dieses Buches und seiner Wichtigkeit für Lehrer beschrieben werden. Der Stil ist lebhaft, die Abhandlung zitiert eine repräsentative Auswahl von Schriftstellern aus dem Bereich Erziehung und Bildung, die Illustrierungen haben Würze, die Rhetorik ist passend und stichhaltig. Und das Buch gibt authentische Antworten auf die Fragen, wie die Bibel im Klassenzimmer benutzt werden könnte.

Steve J. Van Der Weele

(S.J. Der Weele ist Professor für English (Emeritus) am Calvin College, USA. Diese Buchbesprechung wurde zuerst im Christian Educators Journal publiziert und wird hier mit Erlaubnis des Verlegers abgedruckt.)